E-Parkplätze bauen – worauf kommt es an?

E-Parkplätze

Elektromobilität ist längst im Alltag angekommen. Damit sie zuverlässig funktioniert, braucht es eine leistungsfähige Ladeinfrastruktur. E-Parkplätze vereinen klassische Tiefbauarbeiten mit hohen elektrotechnischen Anforderungen – genau diese Kombination macht das Thema besonders anspruchsvoll.

Welche besonderen Anforderungen E-Parkplätze haben

E-Parkplätze umfasst deutlich mehr als einen Stellplatz mit Ladeanschluss. Bereits in der Planungsphase müssen zahlreiche technische, bauliche und rechtliche Anforderungen berücksichtigt werden, die über den klassischen Straßen- und Tiefbau hinausgehen. Frühzeitige Entscheidungen beeinflussen maßgeblich die spätere Nutzbarkeit, Wartungsfreundlichkeit und Betriebssicherheit der Anlage.

Zu den zentralen Anforderungen zählen:

  • Die Ladesäule ist gut erreichbar und barrierefrei anzuordnen
  • Eine eindeutige Beschilderung stellt die ausschließliche Nutzung durch E-Fahrzeuge sicher
  • Die elektrische Versorgung ist ausreichend dimensioniert, dauerhaft stabil und normgerecht auszuführen
  • Gesetzliche Vorgaben, insbesondere das Gebäude-Elektromobilitätsinfrastruktur-Gesetz, sind einzuhalten
  • Die Ladeinfrastruktur ist zukunftsfähig zu planen, beispielsweise durch Leerrohre oder ein vorbereitetes Lastmanagement

Ergänzend sind Aspekte wie eine ausreichende Beleuchtung, sichere Zugänglichkeit auch bei Dunkelheit, Schutz vor Vandalismus sowie witterungsbedingte Belastungen frühzeitig in die Planung einzubeziehen. Eine konsequente Berücksichtigung dieser Punkte bildet die Grundlage für eine langlebige und funktionale Lösung.

Tragfähiger Unterbau: Basis für langlebige E-Parkplätze

Die Belastung eines E-Parkplatzes geht über das normale Abstellen eines Pkw hinaus. Neben dem Fahrzeuggewicht kommen punktuelle Kräfte durch Fundamente, Kabelschächte und regelmäßig anfahrende Fahrzeuge hinzu. Der Unterbau muss diese Kräfte dauerhaft aufnehmen können, ohne dass es zu Setzungen oder Verformungen kommt.

Üblicherweise beginnt der Aufbau mit einer frostfreien Gründung. Je nach örtlichen Gegebenheiten wird der bestehende Boden ausgetauscht oder stabilisiert, bevor eine Frostschutzschicht aus grobkörnigem Material eingebracht wird. Darauf folgen tragfähige Schichten aus Schotter oder Mineralgemisch, die je nach Belastungsklasse bemessen und lagenweise verdichtet werden.

Besondere Aufmerksamkeit gilt dem Bereich um die Ladesäule. Hier entstehen durch das zusätzliche Gewicht der Technik und durch Rangierbewegungen erhöhte Belastungen. Auch sollten Kabelkanäle und Fundamentbereiche in den Aufbau integriert sein, damit keine Nacharbeiten erforderlich werden. Eine sorgfältige Ausführung ist entscheidend für die Lebensdauer des gesamten Parkplatzes.

Entwässerung und Gefälleplanung

E-Parkplätze müssen jederzeit trocken und funktional bleiben. Das betrifft nicht nur den Fahrkomfort, sondern vor allem die technische Sicherheit der verbauten Elektronik. Wasser, das in Kabelschächte oder Anschlusspunkte eindringt, kann zu erheblichen Schäden führen.

Bereits bei der Grobplanung muss daher das Entwässerungskonzept feststehen. Meist wird ein Quergefälle von mindestens zwei Prozent eingeplant, das das Oberflächenwasser gezielt zu Abläufen oder Rinnen leitet. In Kombination mit punktuellen Abläufen oder einer Linienentwässerung lässt sich das Wasser effektiv von sensiblen Bereichen fernhalten.

Bei geeigneten Bodenverhältnissen kann auch eine Versickerung über Rigolen oder Muldensysteme infrage kommen. Entscheidend ist in jedem Fall, dass keine Staunässe entsteht und die Oberfläche auch bei Starkregenereignissen schnell wieder nutzbar ist.

Kabelschutz und Leistungsbau

Die technische Ausstattung macht den Unterschied zwischen einem einfachen Stellplatz und einem funktionierenden E-Parkplatz. Die darunterliegende Kabelinfrastruktur muss dauerhaft geschützt, gut zugänglich und zukunftssicher ausgeführt werden. Fehler in der Ausführung sind hier später schwer und teuer zu korrigieren.

Im Fokus stehen dabei folgende Punkte:

  • Kabel werden grundsätzlich in Schutzrohren verlegt, um sie gegen mechanische Belastung und Feuchtigkeit zu sichern
  • Alle Leitungen erhalten eine Sandschicht als Ummantelung, um scharfe Kanten und Druckbelastung zu vermeiden
  • Die Verlegungstiefe richtet sich nach geltenden Normen, meist zwischen 60 und 80 Zentimetern
  • Bereits jetzt sollten Leerrohre für spätere Erweiterungen eingebaut werden
  • Jede Trasse wird mit farbigem Warnband markiert, um spätere Bauarbeiten zu erleichtern
  • Strom- und Datenleitungen verlaufen getrennt, um Interferenzen zu vermeiden
  • Eine saubere Dokumentation gehört zur Pflichtausstattung jeder Anlage

Die Anbindung an das öffentliche Netz erfolgt in Abstimmung mit dem zuständigen Netzbetreiber. Je nach Auslegung kann es notwendig sein, eigene Unterverteilungen oder sogar Transformatorenstationen einzuplanen. Auch das Lastmanagement spielt eine wichtige Rolle – vor allem dann, wenn mehrere Fahrzeuge gleichzeitig geladen werden sollen.

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Fundamentarbeiten für Ladesäulen

Die Ladesäule steht im Mittelpunkt des E-Parkplatzes – technisch wie statisch. Damit sie auch langfristig sicher und lotrecht montiert bleibt, braucht sie ein solides Fundament. Dieses wird in der Regel aus Beton hergestellt und tief genug gegründet, um Bewegungen durch Frost oder Verkehr auszuschließen.

Häufig kommen Punktfundamente zum Einsatz, deren Maße sich nach dem Typ der Ladesäule und den Vorgaben des Herstellers richten. In das Fundament werden Leerrohre integriert, durch die später die Zuleitungen gezogen werden. Auch eine geeignete Erdung wird direkt mit eingebaut.

Die Ausführung erfordert Präzision. Bereits kleine Abweichungen in der Lage oder Höhe können zu Problemen bei der Montage führen. Der Anschlussbereich muss gut erreichbar, aber geschützt vor Anfahrschäden sein. Poller oder kleine Inseln helfen hier zusätzlich.

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Oberflächenbau: Belag und Markierung

Die Oberfläche entscheidet nicht nur über die Optik, sondern vor allem über die Funktionalität im täglichen Betrieb. Die verwendeten Materialien müssen befahrbar, pflegeleicht und witterungsbeständig sein. Je nach Standort und Nutzung kommen unterschiedliche Beläge infrage.

Betonpflaster ist eine robuste und wirtschaftliche Lösung für die meisten Anwendungen. Für stark beanspruchte Flächen eignet sich auch Asphalt. Wichtig ist eine rutschfeste Oberfläche, besonders bei Nässe oder Schnee. Die Anschlüsse an Fundamente, Entwässerung und Randsteine müssen sauber und planeben ausgeführt sein.

Markierungen geben dem Nutzer klare Orientierung. Neben klassischen Parklinien kommen oft farbliche Flächen und Piktogramme zum Einsatz, die den E-Parkplatz eindeutig kennzeichnen. Die Farben müssen UV-beständig und abriebfest sein. Auch hier zeigt sich, wie wichtig die Detailausführung für das Gesamtergebnis ist.

Kappelhoff Garten- und Landschaftsbau

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Als Fachbetrieb für Garten- und Landschaftsbau mit Sitz in Horstmar-Leer sind wir spezialisiert auf Erdarbeiten, Straßenbau, Tiefbau sowie die Gestaltung und den Bau von Außenanlagen im öffentlichen und gewerblichen Bereich. Wir arbeiten regional im Kreis Steinfurt, im Raum Münster, Rheine, Coesfeld, Borken und Umgebung.